Vorschau aus INDES 1/2012 - Analyse zum Rücktritt Christian Wulffs
Franz Walter – Burgwedel und Bellevue: Freundschaftsbündnisse, öffentliche Skandale und das Amt des Bundespräsidenten
Im Heft
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Katharina Rahlf/ Franz Walter | Editorial
- Abstract
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INDES, die neue Zeitschrift des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, setzt sich zum Ziel, die Abkapselung der Politikwissenschaft von der Öffentlichkeit zu überwinden. Die Beiträge in INDES sollen daher politisch und gesellschaftlich relevant, gründlich recherchiert, aber eben auch lesbar und interessant geschrieben sein. Auch meinungsstarke Texte abseits des Mainstream sollen hier ihren Platz finden.
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Paul Nolte | Unentbehrliche Analytiker der Lage
Intellektuelle in der Politik
- Abstract
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Kontroverse pro: Warum sollten Intellektuelle eigentlich immer auf der Seite von Protest und Kritik stehen? Sind die Gegner der herrschenden Verhältnisse stets im Recht? Über das Verhältnis zwischen Politik und Intellektuellen, über deren Rolle und Aufgabe in einer Gesellschaft, resümiert Paul Nolte in dieser Kontroverse und plädiert dafür, die Idee des Intellektuellen als Eugenspiegel und Kritiker des eigenen Volkes nicht zu gering zu schätzen. Denn nicht jeder, der laut Alarm schlägt, habe das Gemeinwohl gepachtet.
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Konrad Paul Liessmann | Moralisten schweigt!
- Abstract
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Kontroverse contra: In Zeiten immer komplexerer Gesellschaften und stets wachsender „Unübersichtlichkeiten“ hätten sich die Intellektuellen fortbewegt von den Ursprungsquellen ihres Ansehens und seien zu lediglich moralischen Autoritäten geworden, so Konrad Paul Liessmann in dieser Kontroverse. Der Gedanke der Unabhängigkeit gegenüber der Politik, die Idee der Wirksamkeit verleihenden Fachkompetenz seien abgeschwächt und hätten einem moralisierenden Zeigefinger Platz gemacht, der mit der Prominenz des Namens zur Geltung gebracht werden solle. Damit, so Liessmann, würde die Intellektualität als Instanz in einer Gesellschaft langfristig unterhöhlt.
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Thomas Assheuer | Populärphilosphen
Identitätslieferanten in Zeiten der Sinnsuche
- Abstract
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Thomas Assheuer, Redakteur bei der Zeit, untersucht in diesem Essay das Phänomen der Populär-Philosophen vor dem Spiegel der traditionellen Wissenschaft. Autoren wie Richard David Precht und Rüdiger Safranski erobern derzeit mit laienfreundlichen Büchern über so komplexe Themen wie Philosophie und Neurowissenschaft die Bestsellerlisten. Die Originale aus Philosophie und Wissenschaft haben auf dem Markt gegen Precht, Safranski und Co kaum eine Chance. Ursprünge, Strategien und Erfolge der Populär-Philosophen werden hier kritisch hinterfragt.
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Jens Hacke | Seismografen des Wandels
Warum der Intellektuelle kein Auslaufmodell ist
- Abstract
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Sind Intellektuelle ein Auslaufmodell? Oder haben sich nur Möglichkeiten des öffentlichen intellektuellen Diskurses, die Praxis und das Umfeld der intellektuellen Interventionen insgesamt geändert? Auf letzteres verweisen Jens Hackes Überlegungen zu Intellektuellen als SEISMOGRAFEN DES WANDELS. Hacke skizziert den Wandel der intellektuellen Interventionen und der Intellektuellen – nach ihrer heroischen Epoche der großen Konflikte – selbst. Hacke verweist hierbei auf neue Anforderungen, neue Öffentlichkeiten, aber auch neue Gefahren der intellektuellen Interventionen– etwa wenn unter den kollektiven, öffentlichen wie nicht öffentlichen, Interventionen von Netzwerken, think tanks und Stiftungen schwer zu entziffernde Interessen liegen.
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Franz Walter | „Moralanwälte“ und „Störungsfaktoren“
Die Sozialdemokratie und ihre Intellektuellen
- Abstract
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Franz Walter: „Moralanwälte“ und Störungsfaktoren“
Wenn von der Krise der Parteien, der Sozialdemokratie insbesondere, die Rede ist, wird nicht selten auch eine Krise der Intellektuellen konstatiert. Warum aber sind der SPD die Intellektuellen abhandengekommen – und wer waren eigentlich die „großen“ Intellektuellen der Sozialdemokratie? Anfangs standen an der Spitze der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung noch große intellektuelle Köpfe wie Karl Marx und Ferdinand Lassalle, in den späten sechziger, frühen siebziger Jahren, zur Zeit von Willy Brandt und Günter Grass, konnten die sozialdemokratischen Intellektuellen noch eine kurze Blütezeit verzeichnen. Franz Walter begibt sich auf der Spuren der sozialdemokratischen “Moralanwälte“ und Störungsfaktoren“.
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Marcus M. Payk | Balanceakt zwischen den Zeiten
Anmerkungen zur Generation der „45er“
- Abstract
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Der Beitrag der 45er Generation zur Demokratisierung der Bundesrepublik scheint unumstritten. Dennoch, so merkt Marcus M. Payk in seinem Beitrag über die 45er Generation an, müssten die 45er noch stärker vor dem Hintergrund der Historisierung der bundesdeutschen Vor- und Frühgeschichte kontextualisiert werden. Denn die Selbststilisierung der 45er als Gründer der Republik verbunden mit dem Narrativ eines unbelasteten, pragmatischen Aufbruchs bricht sich in den Lebensgeschichten nicht weniger 45er, so Payk. Insbesondere die Auseinandersetzung mit prominenten 45ern wie Walser und Grass zeige jüngst die Notwendigkeit einer vollständigeren Sicht auf die 45er, die vor 1945 einsetzen müsse.
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Alexander Košenina | Domestizierte Denker
Führt die Universitätsreform zum Ende des „freien Intellektuellen“?
- Abstract
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Alexander Košenina denkt in seinem Artikel „Domestizierte Denker. Führt die Universitätsreform zu Ende des »freien Intellektuellen« darüber nach, ob Intellektuelle durch die Universität ausgebremst werden. Von Platon über Schiller und Kant bis zu Lessing weist Košenina nach, dass ein Intellektueller als unabhängig denkender Gelehrter, Spielräume und Freiheiten benötigt, die besonders in den durch den Bolognaprozess reformierten Universitäten kaum herstellbar sind. Er argumentiert, dass die Forschungsfreiheit des Individualgelehrten durch Exzellenzwettbewerb, Rankings, Citation Factors oder Clusterbildung selbstständiges und vor allem freies Denken behindert.
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Detlef Lehnert | Die Eigenmächtigkeit der Gedanken
Herkunft der intellektuellen Einflüsse auf die Politik
- Abstract
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Wieso mischen sich Intellektuelle in die Politik ein? Was treibt sie? Und was mögen Zeiten sein, in denen dieses Engagement Konjunktur hat? Der Berliner Historiker und Politikwissenschaftler Detlef Lehnert geht diesen Fragen nach, indem er die intellektuellen Einwürfe und Einsprüche gegenüber der Politik des späten neunzehnten Jahrhunderts bis in die Weimarer Republik verfolgt: von Émile Zola und Gerhard Hauptmann, von Heinrich und Thomas Mann und Theodor Mommsen bis Carl von Ossietzky, Kurt Tucholsky, Hellmut von Gerlach und Theodor Barth.
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Robert Lorenz | Die Tragödie des politischen Prometheus
Naturwissenschaftliche Intellektuelle und Politik
- Abstract
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Robert Lorenz analysiert die Bemühungen von Nuklearforschern in den USA und in Deutschland, sich in die Politik einzuschalten. Die Naturwissenschaftler einte in den 1950er und 1960er Jahren das Expertenwissen um die alles zerstörende Kraft der Atombombe. Sie warnten vor ihr, denn sie fürchteten einen Dritten Weltkrieg. In Deutschland gehörten Otto Hahn, Max Born und Carl Friedrich von Weizsäcker zu dieser besonderen Gruppe Intellektueller.
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Sibylle Tönnies | Laissez faire, laissez aller
Niklas Luhmanns Systemtheorie und der Kollaps des Finanzsystems
- Abstract
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Was haben der Neoliberalismus und Niklas Luhmann gemeinsam? Ist Luhmann gar ein intellektueller Wegbereiter des Neoliberalismus? Sybille Tönnies seziert Luhmanns Systemtheorie und diskutiert Luhmann als Vordenker des Neoliberalismus. In Luhmanns Systemtheorie sei, so Tönnies, der Keim gelegt worden, das Allgemeinwohl als Staatsziel der Verwischung der Teilsysteme Staat und Wirtschaft zu opfern. Luhmann wies so dem Neoliberalismus den Weg und lieferte mit der Systemtheorie ein Fundament für die Unfähigkeit des Staates – und nicht weniger Intellektueller – sich dem Allgemeinwohl zu verschreiben, sondern vor der Komplexität entnormativierter Teilsysteme zu kapitulieren.
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Tim B. Müller | Die Intellektuellen und der Krieg
Eine Verteidigung des liberalen Experten
- Abstract
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Zwischen Pazifismus und Kriegsgeschrei: Tim B. Müller betrachtet die Intellektuellen und den Krieg. Er stellt fest, dass der Aufruf zum Kampf für Intellektuelle heute wieder eine Option geworden ist und legt die Muster der Einmischung offen. Eine Verteidigung des liberalen Expertens.
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Torben Lütjen | Die letzte Festung der Moderne
Zur gesellschaftlichen Rolle des Ökonomen
- Abstract
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Die Wirtschaftswissenschaft ist eine Wissensdisziplin, die sich von der Frage nach der praktischen Relevanz ihres »Wissens« weitgehend unabhängig gemacht hat. Das zeigte sich zuletzt in der Wirtschaftskrise, die kein wichtiger Ökonom kommen sah. Dennoch sind die Ökonomen eine deutungsmächtige Instanz geblieben. Liegt das daran, dass die Ökonomen sich bis in Gegenwart ihr Weltbild bewahrt haben, nach dem die ganze Welt wie ein gigantischer Markt funktioniert? Und wie erklären sich die Tendenz zur Herausbildung eindeutiger Orthodoxien und der lineare Fortschrittsglaube der Ökonomen, die allen unvorhergesehenen Wirtschaftskrisen zum Trotz davon ausgehen, dass die Wirtschaftswissenschaft am Ende aller Irrwege doch noch zu den letzten Wahrheiten vorstoßen wird?
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Robert Misik | Abgesang auf die Kaffeehauskultur
Zur intellektuellen Kartographie Wiens
- Abstract
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Robert Misik zeichnet in seinem Artikel „Abgesang auf die Kaffeehaus-Kultur, Zur intellektuellen Kartographie Wiens“ ein Bild über die intellektuelle Szene der österreichischen Hauptstadt. Er weist einerseits das Klischee des Kaffeehaus-Intellektuellen zurück und summiert andererseits, dass die österreichische Intellektuellenszene aufgrund der Globalisierung und fehlender integrierender Institutionen in Wien selbst äußerst fragmentiert ist. Eines jedoch hätten die Wiener Intellektuellen gemeinsam: Sie stellen sich gegen den „rechten Zeitgeist“ in Österreich.
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Michael Schlieben | Vermitteln, verkaufen, verschweigen
Ein Streifzug durch die Berliner Think-Tank-Szene
- Abstract
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Auch in Deutschland existieren mittlerweile eine ganze Reihe von Think Tanks, die versuchen, die Politik auf ihre Weise zu beeinflussen. Die Spannbreite reicht dabei von den Grundsatzabteilungen der parteinahen Stiftungen, über die wissenschaftlichen Stäbe von Interessenverbänden und Lobbygruppen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Akteuren wie Transparency International. Während die parteinahen Stiftungen oftmals schwerfällig auf neue Herausforderungen reagieren und die Think-Tanks der Interessengruppen ein Glaubwürdigkeitsproblem haben, sind es vor allem Organisationen wie Transparency International, deren Expertisen Aufmerksamkeit erzeugen und Autorität besitzen.
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Stefan Münker | „Ideen entstehen nicht durch Schwarmintelligenz“
Intellektuelle und das Internet
- Abstract
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Verdrängt das Internet die Intellektuellen? Oder verändert es nur seine Rolle? Was bedeutet die digitale Zukunft für das klassische Buch? Im Internet vermitteln die Medien nicht mehr zwischen Gesellschaft und Macht, hier redet keiner mehr stellvertretend für andere, ihre klassische Funktion als Stellvertreter können auch die Intellektuellen daher nicht mehr spielen. Dennoch bietet das Internet einen großen Spielraum für neue intellektuelle Artikulationsweisen. Zudem: Die Überprüfung der Qualität von Texten und Produkten intellektueller Tätigkeit ist im Internet gnadenloser, schneller und vielfältiger als im Printbereich. Doch heißt das noch nicht, dass intellektuelle Ideen durch die „Schwarmintelligenz“ des Internet entstehen können.
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Stine Marg/Franz Walter | Intellektuelle Ehepaare
Die Webbs, die Myrdals und das „Social Engineering“
- Abstract
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Was geschieht, wenn zwei Intellektuelle nicht nur zusammen forschen und arbeiten, sondern auch privat eine Beziehung eingehen? Mit dieser Intellektualität im Doppel beschäftigen sich Stine Marg und Franz Walter in ihrem Artikel über intellektuelle Ehepaare. Es geht um das Ideal der perfekten Liebesbeziehung, basierend auf intellektueller und erotischer Attraktivität. Wie verhalten sich Erotik und Intellekt in solch intellektuellen Beziehungen zueinander? Walter und Marg erforschen diese Liebesbeziehungen anhand zweier intellektueller Ehepaare, der Webbs und der Myrdals, die als Gesellschaftsreformer – einmal als Vordenker der Labour-Party, einmal als Vordenker des schwedischen Wohlfahrtsstaates schon früh nach dem Motto „Das Private ist Politisch“ lebten.
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Oliver Nachtwey | Der rasende Theoretiker
Im Taxi mit Slavoj Žižek
- Abstract
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Slavoj Žižek ist ein moderner Popstar der Philosophie. Autor Oliver Nachtwey, mit dem Philosophen im Taxi unterwegs quer durch Berlin, entwirft ein plastisches Porträt von Žižek. Der Leser lernt dabei nicht nur die Person Žižek kennen, das Porträt geht auch dem Kultstatus des Philosophen nach. „Im Taxi mit Slavoj Žižek“ begleitet den Philosophen einen Tag durch Berlin und zeichnet ein Porträt Žižeks zwischen Witz und Wahn, Verehrung und Erschöpfung.
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Tim Spier | Bleibt alles anders?
Stabilität und Wandel der deutschen Parteimitgliedschaften
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Tim Spier fasst in seinem Aufsatz „Bleibt alles anders? Stabilität und Wandel der deutschen Parteimitgliedschaften“ die Ergebnisse der jüngsten Studie über die Parteimitglieder in Deutschland zusammen. Dabei konstatiert Spier, dass CDU, CSU, SPD, FDP, die Grünen und die Linke zwar einen Mitgliederrückgang und ein höheres Durchschnittsalter der Parteimitglieder zu verzeichnen haben, diese Ergebnisse aber nicht die Dramatik hätten, wie sie durch die Medien immer wieder insinuiert werde. Denn der Schwund der Mitgliederzahlen basiere einerseits auf dem Abgang der Kohorte, die übermäßig stark in den 1970er Jahren eingetreten ist. Andererseits kehrten nun die ohnehin Inaktiven der CDU, CSU, SPD, FDP, den Grünen und der Linken den Rücken.
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Lawrence M. Mead | Reformiert die Politikwissenschaft!
- Abstract
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Die amerikanische Politikwissenschaft ist in einer Krise und muss daher reformiert werden. Sie wird in der Öffentlichkeit kaum beachtet, weil sie sich zunehmend in Spezialdiskursen verliert, die außerhalb der Wissenschaftlergemeinde kaum Beachtung finden. Um wieder an Bedeutung zu gewinnen ist dreierlei notwendig: Die Politikwissenschaft muss erstens ihre einseitige Fixierung auf methodische Frage reduzieren; sie muss sich zweitens stärker mit realen Problem der policy beschäftigen; und drittens sollten Politologen selbst stärkere praktische Erfahrungen in der Politik sammeln.
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Katharina Rahlf | Denkerfrust, Denkerlust
Wiedergelesen: Nicolaus Sombarts intimes Tagebuch
- Abstract
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Katharina Rahlf legt in „Wiedergelesen“ eine Rezension zu „Journal Intime 1982/83. Rückkehr nach Berlin“ von Nicolaus Sombart vor. Sombart berichtet in diesem literarischen Tagebuch von seinem Jahr am Wissenschaftskolleg Berlin. Im „Journal Intime“ schildert Sombart, so die Rezension, intime Eindrücke dieser Zeit zwischen Forschung und Verzweiflung. Rahlf lässt in ihrer Rezension auch den Alltagsbeschreibungen abseits des Wissenschaftskollegs in „Journal Intime“ großen Raum, in denen Sombart das Berlin der achtziger Jahre porträtiert.
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Matthias Micus | Patient Volksparteien
Über den Niedergang und deren Verkünder
- Abstract
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Über den Niedergang der Volksparteien herrscht anscheinend Einigkeit. Ob Journalisten, Wissenschaftler oder Parteienvertreter, das Ende von CDU und SPD gilt als ausgemacht. Matthias Micus rezensiert aktuelle Bücher zum Thema Volksparteien und stellt dabei fest: Jeder Zweig der professionellen Politikbetrachtung hat seine Schwächen. Die Parteienforschung könne dennoch profitieren.
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