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INDES H.3-2014
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Danny MichelsenDanny Michelsen / Katharina Rahlf | Editorial


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PD Dr. Ralf Klausnitzer
Ralf Klausnitzer
Denkkollektiv oder Klüngelsystem?
Wissenschaftliche Schulen im Spannungsfeld von Selbst- und Fremdbeobachtungen
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Jan-Hendrik KönigJan-Hendrik König | Wissenssoziologische Suchbewegungen
Die Funktionen von Schulen für die Wissenschaft

  • Abstract
    • Welche organisationalen Merkmale zeichnen wissenschaftliche Schulen gegenüber anderen Formen akademischer Wissensproduktion aus? Jan-Hendrik König geht dieser Frage aus einer wissenssoziologischen Perspektive nach. Seine zentrale These lautet: Schulen erbringen innerhalb des Wissenschaftssystems spezifische Leistungen und zeichnen sich durch besondere soziale Konstellationen aus, weshalb es sich nach wie vor lohnt, sich mit ihnen analytisch auseinander zu setzen – auch heute, da die klassischen Patronage-Formen, die die Schulen-Strukturen im 19./20. Jahrhundert geprägt haben, sich in Auflösung befinden.
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Emily HauptmannEmily Hauptmann | Die beschränkte Sicht der Schulperspektive
Was Studien über Denkschulen in der amerikanischen
Politikwissenschaft nicht erkennen können

  • Abstract
    • Nicht nur die Bedeutung von wissenschaftlichen Schulen in den Systemen der universitären Wissensproduktion sei äußerst gering – auch der analytische Ertrag von Studien, die solche Denkschulen in den Blick nehmen, fördere nur wenig Erkenntnisse über Regeln und Interaktionsmuster innerhalb der scientific community zutage. Diese provozierenden Thesen vertritt Emily Hauptmann – wissenschaftlich selbst in der Berkeley School verwurzelt – in ihrem Beitrag über Denkschulen in der US-amerikanischen Politikwissenschaft.
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Stefan HaasStefan Haas | Begrenzte Halbwertszeiten
Das Ende der wissenschaftlichen Schulen in den Datennetzen

 

Ellen ThümmlerEllen Thümmler | Form und Funktion
Das Demokratieverständnis der Köln-Mannheimer Schule

  • Abstract
    • Ellen Thümmler analysiert in ihrem Beitrag Entstehung und Entwicklung der sog. „Köln-Mannheimer Schule“ der Politikwissenschaft, die von Aloys Hermens begründet und von seinen engen Schülern Ferdinand Kaltefleiter und Rudolf Wildenmann fortgeführt wurde. Zu den Prämissen dieser Schule gehörten das Primat der politischen Form sowie die methodische Präzisierung ihrer Analyse. Aus dieser Verbindung von „Form und Funktion“ als Leitlinie politikwissenschaftlichen Forschens sei, so Thümmler, ein spezifisches wissenschaftliches Selbstverständnis entstanden: Politikwissenschaft als Policy-Science, als Sozialtechnologie.
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K. F. Martin BaeslerK. F. Martin Baesler | Geschichtliches Verstehen und praktisches Wissen
Der Kontextualismus der Cambridge School

  • Abstract
    • Ab den 1960er Jahren haben Quentin Skinner, J. G. A. Pocock und John Dunn mit ihren kontextualistischen Forschungsansätzen und dem von ihnen befeuerten Linguistic Turn die bis dato noch immer einflussreiche klassisch-kanonische Great Books-Tradition der politischen Ideengeschichte nachhaltig erschüttert und in neue Bahnen gelenkt. In seinem Beitrag über die „Cambridge School“ fragt Martin Baesler nach dem Verständnis politischen Handelns und Urteilens, das dem methodologischen Programm dieser Schule zugrunde liegt. Baesler vertritt die These, dass vor allem Dunns „skeptischer“ Politikbegriff und dessen Überlegungen zum Begriff der „Klugheit“ handlungsorientierende Impulse für ein realistisches Verständnis gegenwärtiger politischer Prozesse bieten können.
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Danny MichelsenDanny Michelsen | Wahrheit und Gemeinsinn
Der Begriff des Common Sense im Denken der Strauss-Schule

 

Ralf PtakRalf Ptak | Eine deutsche Legende
Die Freiburger Schule und der Ordoliberalismus

  • Abstract
    • Die Erzählung des wirtschaftspolitischen Aufstiegs der Bundesrepublik nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besitzt den Rang einer Staatsräson. Unter den maßgeblichen Architekten der westdeutschen Wirtschaftsordnung war ein Kreis von Protagonisten, die den Ordoliberalismus begründeten und ihm einen bis heute anhaltenden Einfluss verschafft haben. Dabei ist allerdings auch viel Legendenbildung im Spiel, wie Ralf Ptak in seiner historischen Betrachtung des Ordoliberalismus feststellt. Lag dessen Bedeutung doch keineswegs ein zielgerichteter Aufstieg aufrechter Liberaler zugrunde als vielmehr ein Prozess schmerzhafter Anpassung an eine veränderte politische und ökonomische Welt.
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Hannes KeuneJulian SchenkeHannes Keune / Julian Schenke | „Weitsicht und Naivität“
Ein studentischer Blick auf die Ambivalenz der Frankfurter Schule

  • Abstract
    • Die Frankfurter Schule ist untrennbar mit den Namen Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas verbunden. Vielleicht leistete sie – und tat es in den 1970er Jahren sicher – mit der kritischen Theorie die wirkungsmächtigste Theoriebildung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie und wodurch diese kritische Theorie ihres Wesenskernes beraubt, inwiefern erst ihr Zerfallsprodukt die Frankfurter Schule tatsächlich zu einer sozialwissenschaftlichen Schule machte und welche Rolle Jürgen Habermas in diesem Prozess gespielt hat – das alles beschreiben Hannes Keune und Julian Schenke in ihrem Text.
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Christoph NonnChristoph Nonn | Der Meister, die Methode und die Politik
Theodor Schieder und seine Historikerschule

  • Abstract
    • Christoph Nonn widmet sich einem Paradebeispiel der Schulenbildung. An Theodor Schieder und seinen berühmten Schülern Wolfgang Mommsen und Hans-Ulrich Wehler zeigt Nonn, wie Schieder sich für seine Schüler einsetzte und in welcher Ambivalenz diese zu ihrem Lehrer standen.
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Jürgen KockaInterview mit Jürgen Kocka | „Ein hohes Maß an Experimentierbereitschaft“
Die Bielefelder Schule und die günstige Gelegenheit der siebziger Jahre

  • Abstract
    • Jürgen Kocka war jahrzehntelang zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Hans-Ulrich Wehler der Doyen der Bielefelder Schule. Im Interview lässt er die 1970er Jahre wieder lebendig werden, schildert die Ursachen der Gruppenbildung, das Selbstverständnis der beteiligten Wissenschaftler und nicht zuletzt auch, welche Rolle die Stadt Bielefeld und die dortige Universitätsneugründung dabei gespielt haben. Das Beispiel der Bielefelder ist dabei in vielem exemplarisch und mustergültig für Wissenschaftsschulen. Dies gilt nicht zuletzt für den Umstand, dass letztere aus der Ferne nicht selten sehr viel schärfere Konturen annehmen als aus der Nähe. So erfolgt etwa die Benennung einer Schule vielfach von außen, die damit Gemeinten empfinden sich selbst dagegen gar nicht so sehr als Angehörige einer solchen – auch darüber spricht Jürgen Kocka in dem Interview.
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Franz WalterFranz Walter | Tod im Herbst 1939
Aufstieg und Scheitern der sozialdemokra tischen Generation Scheidemann und Wels

  • Abstract
    • Im Herbst 1939, vor 75 Jahren, starben mit Philipp Scheidemann und Otto Wels zwei der wichtigsten Exponenten der deutschen Sozialdemokratie am Beginn des 20. Jahrhunderts. Geprägt durch die goldenen rund zwanzig Jahre nach dem Ende der Sozialistengesetze können sie beide als Mitglieder einer aufsteigenden und aufbauenden Generation junger Sozialisten gelten. Im Jahre ihres Todes indes war vom prallen Optimismus der Generation Scheidemann und Wels nichts mehr übrig. Aufstieg und Niedergang der Sozialdemokratie verzahnen sich in diesem Portrait zweier großer Sozialdemokraten aufs Engste.
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Wilfried von BredowWilfried von Bredow | Carl Schmitt und die Gemütlichkeit des Juste Milieu
Ein asymmetrischer Sinn-Krieg

  • Abstract
    • Über der Biografie von Carl Schmitt liegt seit 1933 ein tiefer Schatten. Seit der Auflösung der Weimarer Republik gilt Schmitt als „Kronjurist“ des nationalsozialistischen Regimes, wurde in der Vorgeschichte und Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erst einmal ausgegrenzt und fungierte als negativer Bezugspunkt für die Aufarbeitung der Vergangenheit. Schmitt fand sich damit überhaupt nicht ab und begann schon 1945 damit, das neue, amerikageprägte Juste Milieu zu bekämpfen. Recht bald stand er im Zentrum von teils altbekannten, teils aber auch neuen deutschen und ausländischen akademischen Freunden und Verehrern, die einen Kreis um ihn bildeten und sich seit den späten 1940er Jahren bis heute gegen oft drückenden Gegenwind zu behaupten hatten. Aber während viele andere im Nationalsozialismus prominente Akademiker heute entweder vergessen oder ins Archiv gewandert sind, hat Schmitt seine Stigmatisierung als böser Phönix bis heute behalten. Die Rezeption seiner Ideen und Theorien beeinträchtigte das kaum. Über den Kreis um und die Faszination Schmitts als ideengeschichtlicher Klassiker schreibt Wilfried von Bredow in seinem Beitrag.
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Samuel SalzbornSamuel Salzborn | Die Kehrseite der methodischen Medaille
Ein Plädoyer für die Erweiterung der sozialwissenschaftlichen
Unterscheidungssystematik

  • Abstract
    • Samuel Salzborn plädiert in seinem Beitrag für eine Erweiterung der sozialwissenschaftlichen Unterscheidungssystematik. Die Unterscheidung zwischen qualitativen und quantitativen Ansätzen in der Sozialforschung beruhe auf einem „unhinterfragten Scheinkonsens“, so Salzborn. Vielmehr bildeten quantitative und qualitative Methoden lediglich zwei Spielarten „derselben methodologischen Medaille“, seien als eine gemeinsame, nämlich die empirische Seite aufzufassen, argumentiert Salzborn. Die eigentlich zweite Seite, – die theoretische – werde in der Methodendiskussion hingegen zu oft vergessen.
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