»Ein dauernder Kampf gegen den Kampf um Deutungshoheit« Ein Gespräch mit zwei Autor:innen der Nachwendegeneration
Erzählungen der DDR ebenso wie der Nachwendezeit sind umkämpft. Das lässt sich auch in der Auseinandersetzung um literarische Werke beobachten. Ein Beispiel zeigt die Reaktion der FAZ-Feuilletonleiterin Sandra Kegel auf den Roman Gittersee der 1992 in Ludwigsburg geborenen Charlotte Gneuss. Kegel stellt die Frage, »ob der Osten zur westdeutschen Erfindung wird«[1], wenn jemand ohne DDR-Erfahrung darüber schreibt. Was ist beim Osten anders als bei sonstigen literarischen Sujets, könnte man sich fragen? Wer darf darüber schreiben – und vor allem: wie? »Während die literarische Verarbeitung der DDR
[...]
Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.2-3-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025