Die prekäre Potenzialität von Nischen Paradoxien alternativer Gemeinschaften
Indem multiple Krisen der Gegenwart soziale Praktiken und Konventionen erodieren lassen, begründen sie den Bedarf gesellschaftlicher Veränderungen. Krisen werden gegenwärtig in der massenmedial hergestellten Öffentlichkeit zum Normalzustand, in dem hektisch nach der richtigen Zukunft des gesellschaftlichen Wandels gesucht wird. Besonders sind gegenwärtige Krisen, weil sie nicht nur latent, sondern wie ein »Visibilisierungsprogramm«[1] erscheinen. Diverse Krisendebatten rufen nach umfassenden Transformationen hin zu nachhaltigeren Lebensweisen und Konsumpraktiken. Gleichzeitig erzeugen solche politischen Vorstöße gesellschaftspolitische Konflikte und auch Krisen. Denn politisch intendierte Änderungsimpulse generieren Widerstände, verstärken soziale Ungleichheiten und rufen Folgeprobleme auf, die zum »Streit um die richtige Lebensführung«[2] führen. Protagonist:innen der sozial-ökologischen Transformation nehmen an, dass diese »im Gegenwind«[3] steht und sich der nachhaltige »Wandel am Limit«[4] befindet, um zu fragen: »Und jetzt?«, »Wie weiter?«.
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[2] Sighard Neckel, Der Streit um die Lebensführung. Nachhaltigkeit als sozialer Konflikt, in: Mittelweg 36, H.6/2020, S. 82-100.
[3] Institut für sozial-ökologische Forschung, 2025, tinyurl.com/indes254a1.
[4] Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, 2025, tinyurl.com/indes252a2.
Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025