Gloria Freitag

Gloria Freitag promoviert an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer Arbeit über Jacques Derrida und die Poetik und Politik der Adressierung. Sie unterrichtet Philosophie in Jena, München und St. Gallen. Für den SWR Kultur hat sie die zwei Langessays „Über die Behebung des Kreises“ (2021) und „Philosophinnen küssen nicht“ (2022), und zuletzt für das Philosophiemagazin „Sein und Streit“ im Deutschlandfunk einen Kommentar zur neuen Übersetzungen von Derridas Seminaren über Gastlichkeit (2024) verfasst.

Beiträge

  • INDES H. 4-2025

    »Die Schächte der Untergrundbahn oder eine öffentliche Parkanlage«[1] Nischen des Alltags

    Meine Freundin B. ist in ein Betreutes Wohnen gezogen. Sie hat die Achtzig überschritten und gerade einen neuen Job angefangen. B. ist körperorientierte Psychotherapeutin, sie hat einen geräumigen, gut bestückten Methodenkoffer im Kopf, sie hat viel Erfahrung und all das ist heute sehr gefragt. Eigentlich braucht sie keine Betreuung, sie brauchte eine kleinere Wohnung. Es wird ihre letzte Wohnung sein, sagt. B., zufrieden, dass ich, ihr erster Gast, sie gut in ihrer neuen Behausung aufgehoben finde: »Das ist jetzt meine Nische!«

    INDES-Ausgabe »Nischen«