Proteste kommen, Proteste gehen. So zumindest ist häufig die Sicht von außen auf Großdemonstrationen und Massenkundgebungen. Scheinbar aus dem Nichts formieren sich die Protestbürger. Dann stehen sie mit Trillerpfeifen vor den Rathäusern, blockieren mit Traktoren Innenstädte oder gründen Initiativen gegen Windkraftanlagen. Proteste haben das Zeug, ungeahnte Dynamiken zu entwickeln – siehe Stuttgart 21 –, und sind in der Lage, über Jahrzehnte hinweg organisierten Einspruch zu erheben – ein Blick auf die Atomkraftgegner ins Wendland genügt. Auch können sie sich anscheinend über Nacht entzünden, wenn es um den Bau von Stromtrassen oder Geothermie-Anlagen geht. Im Kleinen wie im Großen: Die Medien informieren dann gerne über die Bürger auf den Barrikaden, berichten beispielsweise pauschal von »Wutbürgern«, dem plötzlichen Aufstand der »Generation Internet« und einer bevorstehenden »Twitter-Revolution«.
Dabei ist unser Wissen über all diese offenbar neuen Proteste gering. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat nun mit der BP-Gesellschaftsstudie erste Antworten vorgelegt […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013