Seit Jahrzehnten nimmt der Niedergang beziehungsweise das Scheitern von Parteien einen bedeutenden Platz in der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatte ein,[1] aber trotz allem existieren Parteien weiterhin. Sogar stärker als zuvor. Neue Demokratien in Süd-, Zentral- und Osteuropa brachten viele neue politische Organisationen hervor und in alten Demokratien sehen sich die etablierten Parteien zunehmend mit neuen Konkurrenten konfrontiert. Gleichzeitig lässt sich häufig Kritik an der Durchdringung des Staates durch die Parteien vernehmen – nicht nur in Italien, woher der international bekannte Begriff partitocrazia stammt.

Die Lösung für das Rätsel, dass Parteien einerseits verfallen, andererseits aber dazu neigen, den Staat zu dominieren, liegt in der Unterscheidung ihrer verschiedenen »Gesichter«. […]

Anmerkungen:

[1] Vgl. David S. Broder, The Party’s Over. The Failure of Politics in America, New York 1972 sowie Kay Lawson u. Peter H. Merkl, When Parties Fail. Emerging Alternative Organizations, Princeton 1988.

Der zweite Teil der Debatte stammt aus der Feder von Peter Filzmaier.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012