Dagmar Pohle steht vor dem Eingang des Rewe-Marktes an der Marchwitzastraße und wartet. Sie ist bereit für Gespräche. Seit Wochen ist sie das. Eine Selbstverständlichkeit für die Spitzenkandidatin der LINKEN. Auf dem Infotisch vor ihr liegen Kugelschreiber, Faltblätter sowie das Sonderblatt ihrer Partei mit dem etwas sperrigen Titel »Zeitung zu den Berliner Wahlen 2011«. Nicht viel los ist hier an diesem Spätsommersamstag. Die wenigen Leute, die einkaufen, zeigen höchstens sehr verhaltenes Interesse. Die meisten tragen nur ihre Plastetüten an Pohle vorbei. Weiter hinten schreit ein Fahrradfahrer seine Freundin an, weil sie eine Flasche fallen gelassen hat. Er lallt dabei. Sie weint. Das Paar bekommt die Aufmerksamkeit des Moments. Bürgermeisterin Pohle hat es gerade nicht leicht. Aber sie kennt das. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012