Sich (eine Nische) einrichten Notizen zum zeitgenössischen Wohnen
Es hört sich gut an: Spricht jemand davon, sich einzurichten, dann verbinden wir damit Bilder, wie jemand nach eigenen Vorstellungen von Wohnlichkeit und Komfort Räume gestaltet – es klingt nach umsichtiger Planung und Ordnung. Indes beschränkt sich Wohnen nicht darauf, individuellen Erinnerungen, Ideen und Wünschen zu folgen. Wohnen ist vielmehr ein andauerndes Ein-, Um-, Weg-, Ausräumen, ein soziales wie auch körperliches Handeln in und mit den konkreten Gegebenheiten des Zusammenlebens mit (nicht unbedingt anwesenden) Personen und Dingen in Räumen. Raumarrangements sind soziale Interaktionsfelder sowohl des Intimen, Privaten als auch des Öffentlichen; sie stehen für beides: für das Verbergen und das Vorzeigen dessen, wie man wohnt. Resultat ist ein grundlegendes »Paradoxon des Privaten und Häuslichen. Es ist ein hoch politisierter Raum, der jedoch als privater Raum des Individuums versprochen wird und als solcher auch realisierbar wird.«[1]
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[1] Irene & Andreas Nierhaus, Wohnen Zeigen. Schau_plätze des Wohnwissens, in: Dies. (Hg.), Wohnen Zeigen. Modelle und Akteure des Wohnens in Architektur und visueller Kultur, Wien 2014, S. 9–35, hier S. 16.
Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025