Radikal nischig Linksradikale zwischen Auf- und Ausbruch am Rande der Gesellschaft

Von Tristan Stinnesbeck

Weite Teile der Gesellschaft assoziieren den Begriff »linksradikal« heutzutage unmittelbar mit Steine werfenden, Autos anzündenden Kriminellen. Diese Auffassung wird allerdings weder der Geschichte – auch nicht der jüngsten – noch der Bedeutung des Begriffs gerecht. Tatsächlich diente die Bezeichnung Linksradikalismus als Kofferwort für sehr verschiedene gesellschaftliche Phänomene. So verwendete etwa Lenin, heute quasi die Verkörperung des linken Radikalismus,[1] den Begriff als Schimpfwort gegen seine innerlinken politischen Gegner.[2] In der Folgezeit musste er als Sammelbegriff für die unterschiedlichen politischen Strömungen von linken Rand herhalten, die einen Bruch mit der etablierten Ordnung und alternative Konzepte gesellschaftlicher Gestaltung anstreben.

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[1] Vgl. Slavoj Žižek, Die Revolution steht bevor. Dreizehn Versuche über Lenin, Frankfurt a.M. 2002, S. 181 ff.
[2] Vgl. Wladimir Lenin, Der »linke Radikalismus«, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Lenin Werke, Bd. 31, Berlin 1959, S. 1-91.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025