Radikal nischig Linksradikale zwischen Auf- und Ausbruch am Rande der Gesellschaft
Weite Teile der Gesellschaft assoziieren den Begriff »linksradikal« heutzutage unmittelbar mit Steine werfenden, Autos anzündenden Kriminellen. Diese Auffassung wird allerdings weder der Geschichte – auch nicht der jüngsten – noch der Bedeutung des Begriffs gerecht. Tatsächlich diente die Bezeichnung Linksradikalismus als Kofferwort für sehr verschiedene gesellschaftliche Phänomene. So verwendete etwa Lenin, heute quasi die Verkörperung des linken Radikalismus,[1] den Begriff als Schimpfwort gegen seine innerlinken politischen Gegner.[2] In der Folgezeit musste er als Sammelbegriff für die unterschiedlichen politischen Strömungen von linken Rand herhalten, die einen Bruch mit der etablierten Ordnung und alternative Konzepte gesellschaftlicher Gestaltung anstreben.
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[2] Vgl. Wladimir Lenin, Der »linke Radikalismus«, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Lenin Werke, Bd. 31, Berlin 1959, S. 1-91.
Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025