»Ich zog es vor, mich im Griechischen zu vervollkommnen.« Hammer von Purgstalls Konstruktion der Moldau als doppelte Peripherie
»Spät abends um zehn Uhr wollte ich auf einem Spaziergang durch die Hauptstrasse der Stadt frische Luft schöpfen. Ich ging einige hundert Schritte […], als mir gegen das Ende derselben das tausendstimmige Conzert quakender Frösche und Kröten entgegen scholl. Hier näherte ich mich also den Sümpfen, welche die Luft von Jassy mit Fiebern verpesten, und ich kehrte sogleich um, meinen Spaziergang […] in entgegen gesetzter Richtung fortsetzend. Als ich […] einige hundert weiter gegangen, tönte mir auch von dieser Seite dasselbe Tutti von Fröschen und Kröten entgegen: also auch Sümpfe von dieser wie von der anderen Seite. Ich kehrte sogleich nach Hause, niedergeschlagen durch solchen Bewillkomm der mit Sümpfen umgebenen Stadt.«[1]
Im Frühling 1806 erreichte der später berühmte Orientalist und erste Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien, Josef Freiherr von Hammer-Purgstall, Iaşi (Jassy), die Hauptstadt der Moldau. Der gerade einmal 32-Jährige war kürzlich zum habsburgischen Konsularagenten im unter osmanischer Herrschaft stehenden Fürstentum ernannt worden.
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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.2-3-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025