Zeitgeschichtlich weit ausholend, ließe sich der legendäre SPD-Langzeitvorsitzende August Bebel (1840–1913) als der Urgründervater einer Unabhängigen Sozialdemokratie bezeichnen. Denn er setzte nach dem Tod des (formell gleichberechtigten) Berliner Ko-Vorsitzenden Paul Singer (1844–1911) als dessen Nachfolger den Königsberger Rechtsanwalt Hugo Haase (1863–1919) durch. Die gut ein Viertel Gegenstimmen für den (letztlich nicht kandidierenden) Friedrich Ebert vom rechteren, gewerkschaftlich und süddeutsch dominierten Parteiflügel wurden zum Vorgriff auf dessen Nachfolge für den verstorbenen Bebel. Wie sein Vorgänger Singer war Haase jüdischer Herkunft und geprägt von den – vor allem durch ein Dreiklassenwahlrecht – politisch aufgeladenen Klassenspannungen in Preußen. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2016 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2017