Lange waren Karl Dietrich Bracher (geboren am 13. März 1922), Hans Buchheim (geboren am 11. Januar 1922) und Iring Fetscher (geboren am 4. März 1922) die drei ältesten noch lebenden Politikwissenschaftler Deutschlands.[1] Iring Fetscher, der, anders als Bracher und Buchheim, Memoiren hinterlassen hat[2], wie diese aber jahrzehntelang an einem Ort unterrichtet hat (in Frankfurt am Main von 1963 bis 1987) starb am 19. Juli 2014.3 Im Gegensatz zu Theodor Eschenburg (geboren 1904, gestorben 1999), dem letzten legendären Vertreter der Gründungsgeneration der deutschen Politikwissenschaft, der wegen seines (tatsächlichen bzw. vermeintlichen) Verhaltens im Dritten Reich seit wenigen Jahren im Mittelpunkt einer heftigen, auch öffentlichkeitswirksamen Kontroverse steht4, gehör(t)en sie schon zur zweiten Generation der deutschen Politikwissenschaft, die erst nach 1945 studiert hatte, allerdings noch nicht »ihr« Fach. […]

Anmerkungen:

[1] Zwei der drei Wissenschaftler wurden jüngst ausführlich gewürdigt: Eckhard Jesse, Karl Dietrich Bracher (geboren 1922) sowie Richard Saage, Iring Fetscher (geboren 1922), jeweils in: Eckhard Jesse u. Sebastian Liebold (Hg.), Deutsche Politikwissenschaftler – Werk und Wirkung. Von Abendroth bis Zellentin, Baden-Baden 2014, S. 143157, S. 231–345.

[2] Vgl. Iring Fetscher, Neugier und Furcht. Versuch, mein Leben zu verstehen, Hamburg 1995.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2014 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2014