Es war ein Flächenbrand, den der Tod eines Rentners im Stockholmer Stadtteil Husby auslöste. Mitte Mai brannten in dem nordwestlichen Vorort nicht nur Mülltonnen, sondern auch Autos und Schulen. Von Husby aus griffen die Unruhen auf andere Viertel Stockholms über und erreichten rasch die Vororte weiterer schwedischer Großstädte. Erst nach zehn Tagen ebbten die Krawalle langsam ab. Während in Ländern wie Großbritannien, Italien oder Griechenland solche Krawalle für den hiesigen Beobachter aufgrund der massiven Austeritätsprogramme durchaus plausibel erscheinen, würde man das einstige skandinavische Gleichheitsparadies Schweden nicht unbedingt mit solchen Szenarien in Verbindung bringen.

Denn Schweden versprüht, speziell im deutschsprachigen Raum, noch immer romantisierende und idealisierende Vorstellungen. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013