Sie sagen, sie seien konservativ. Die Mitarbeiter und Veranstaltungsbesucher der Berliner Bibliothek des Konservatismus, die jungen Christdemokraten, die sich während des Treffens »Zukunftswerkstatt« in Lübeck Gedanken über ihre Parteien machen, sowie die Studenten und Besucher, die sich im Verbindungshaus der Burschenschaft Hannovera zu Göttingen versammeln, um über den Bürgerkrieg in Syrien zu diskutieren. Zufällige Stippvisiten, gewiss. Doch stießen die Autorinnen dieses Textes an den inspizierten Orten auf Menschen, die sich bemerkenswert selbstverständlich dem Konservatismus zugehörig fühlen, ihn nach eigenem Dafürhalten (vor-)denken und (vor-)leben, ihn zu schützen und zu bewahren suchen. Auf welche Art dies geschieht, welche verbindenden Erzählungen, welche Lebens- und Denkentwürfe dabei zu erkennen sind, die von hier aus entwickelt und beworben werden, danach fragt diese Inspektion.

Bibliothek des Konservatismus – Ansichten von der Rückseite des Mondes?

Die Erkundung beginnt im Zentrum (West-)Berlins, genauer: in Charlottenburg zwischen Technischer Universität, Kurfürstendamm und Zoologischem Garten. Hier liegt – völlig unscheinbar – die Bibliothek des Konservatismus. Sie erstreckt sich an der Fasanenstraße 4, gegenüber dem Ludwig-Erhard-Haus, über mehrere Etagen eines Bürokomplexes mit großer Glasfassade. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2015 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2015