Üblicherweise werden Rausch und Ratio als Gegenspieler verhandelt. Sie schließen sich aus. Wenn das eine im Spiel ist, muss das andere warten. Kultursoziologisch war lange die These prominent, der »Prozess der Zivilisation« (Norbert Elias) habe schrittweise das Licht der Vernunft gebracht und das Affektive, Rauschhafte auf der Wechselbank platziert, was heißt, dass es nur mehr gelegentlich zum Einsatz kommt. Auf der Bühne dieser grundlegenden Ordnung werden dann, so scheint es, alle weiteren Akte gespielt bzw. alle Debatten geführt. Während die einen ein »Recht auf Rausch« einfordern,[1] beschwören andere die Gefahren desselben Zustands.

So unterschiedlich die Positionen auch sind, so umkämpft das Thema auch sein mag, Rausch und Ratio (oder Vernunft) als Gegensatzpaar zu verhandeln, bindet sie zusammen. Zwar wird Rauscherfahrungen […]

Anmerkungen:

[1] Vgl. u. a. Ronald Siegel, RauschDrogen. Sehnsucht nach dem künstlichen Paradies, Frankfurt a. M. 1995; Terence McKenna, Food of the Gods. A Radical History of Plants, Drugs and Human Evolution, Rider 1999.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013