Kaum ein Bereich des Alltags ist so selbstverständlich von der Öffentlichkeit getrennt – und damit tabu – wie der Toilettengang. Das war nicht immer so. Die „Scheiße“ gehörte bis zum Beginn der Frühen Neuzeit weitaus selbstverständlicher zum öffentlichen Leben, als wir uns das heute vorstellen mögen. Wer würde schon auf die Idee kommen, dass Ludwig der XIV. „auf dem Kackstuhl“ Hof hielt? Kaum weniger verrückt klingt, dass man versuchte, im London des 17. Jahrhunderts die grassierende Pest mit Fäkaliendämpfen zu bekämpfen. Und doch war es so. Wo und auf welcher Grundlage sich der Wandel zur Neuzeit abspielte, erläutert Florian Werner nicht zuletzt an einer gegenwärtigen „Renaissance des Fäkalen“.

Seite ausdrucken Beitrag bestellen

Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 2-2014 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2014