Es waren entgegengesetzte, kaum miteinander zu vereinende Bilder, die sich den Zuschauern des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, zumal denen aus dem katholisch-konservativen Milieu, am Abend des 27. März 1979 boten. Eben noch waren sie im Zuge der Unterzeichnung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages an die Existenz und Wirkmächtigkeit christlich-fundierter (Welt-)Politik erinnert worden, als US-Präsident Jimmy Carter gekonnt ein öffentliches Gebet gesprochen und einen Hilferuf an Gott für den Erfolg des in Camp David geschlossenen Abkommens gerichtet hatte, da ging die Berichterstattung zum Parteitag der CDU in Kiel über.

Nur: Große Männer mit großen Gesten gab es hier nicht zu sehen. Stattdessen tanzte und wirbelte – dabei nur spärlich bekleidet und mit unbedeckten Busen – eine Pariser Ballettgruppe über die Bildschirme, im Hintergrund in großen Buchstaben das strahlend-rote Logo der CDU. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2016 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2016