In den 1980er Jahren stand der Begriff der Verantwortung im Fokus zahlreicher Debatten. Wo jedoch mit ihm argumentativ operiert wurde, mangelt es an definitorischer Klarheit. Denn bereits seit geraumer Zeit – bis kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts – stellte die Verantwortung lediglich einen metaphysischen Begriff dar, der im Kontext der Debatte um die Willensfreiheit viel genutzt, aber wenig erweitert wurde. Frieder Vogelmann rekonstruiert in seinem Essay nun die historische Moralisierung, Intensivierung und Verallgemeinerung der Verantwortung u.a. anhand der Überlegungen von John Stuart Mill, Benjamin Constant, Max Weber und Hans Jonas. Seine Aufschlüsselung des philosophischen Diskurses erläutert die steigende Dominanz moralischer Verantwortung ab den 1980er Jahren.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2014 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2014