Nur in den USA gehen Rock ’n’ Roll und Konservativismus wohl doch irgendwie zusammen.

»Es ist eine einzige Freakshow« – das fällt Mike Herl, dem Vorsitzenden der republikanischen Partei von Madison, Hauptstadt des Bundesstaat Wisconsin im Mittleren Westen der USA, ein, wenn er über seine Stadt spricht. Herl erzählt dann, wie er früher, in seinem »ersten Leben«, als Tourmanager der Rockbands Cheap Trick und Judas Priest kreuz und quer durch die USA und Europa gereist ist. Das sei natürlich, konzediert er, ebenfalls eine »Freakshow« gewesen, aber immerhin: Das Leben mit divenhaften und die meiste Zeit zugedröhnten Rockstars habe ihn auf alles vorbereitet. Nur deswegen halte er es überhaupt aus mit all den liberalen Wirrköpfen, Anarchisten und Sozialisten, die in der Universitätsstadt Madison mit ihren 230.000 Einwohnern tagtäglich eine »ganz große Show« veranstalteten. Und er sagt dann noch jenen Satz, mit dem nicht nur die Konservativen die Stadt charakterisieren: Madison, das sei Mad City: »70 Quadratmeilen Wahnsinn, umgeben von der Wirklichkeit.«

Man kann den Mann vielleicht verstehen. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013