Intellektualität im Doppel. Das wurde zum Thema von einigen Frauen und Männern in den Salons während der Aufklärung, der Emanzipation, der Säkularisierung. Die zunächst romantische Liebe zwischen zwei festen Partnern – auch dies erst ein vergleichsweise junges Produkt der Moderne – sollte ergänzt und erfüllt werden durch die Gemeinsamkeit intellektueller und wissenschaftlicher Arbeit, durch die Übereinstimmung politischer Absichten und Ziele. Im Grunde lag das in den Jahrzehnten, als die europäische Linke das Frauenwahlrecht forderte und durchsetzte, als dort die Modelle der Lebens-, Ehe- und Familienreform im Schwange waren, als ganz grundsätzlich über den »neuen Menschen« nachgedacht wurde, in der Luft. Und doch finden wir historisch nur einige wenige intellektuelle Partner, die auf hohem Niveau durchhielten, was sie sich als Programm im »Doppel« vorgenommen hatten: gemeinsam zu leben, gemeinsam zu forschen, gemeinsam an der Veränderung der Gesellschaft auf politischem Wege mitzuwirken. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 0-2011 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2011