Nischen als Experimentallabore der Zukunft? Innovationssysteme im digitalen Panoptikum von Big Tech und geopolitischer Konfrontation

Von Petra Schaper Rinkel

In Nischen entsteht Neues. Damit Innovationen gesellschaftlich wirksam werden können, müssen sie jedoch den Schritt aus dem Experimentalsystem des Abseitigen in den Mainstream vollziehen. Dieses Narrativ ist der Innovationsforschung weitgehend selbstverständlich und prägt Analysen von Technologien und Praktiken wie etwa der Nanotechnologie oder nachhaltiger Energiesysteme. Partizipative Zukunftsprozesse – Foresight-Verfahren – dienen auf nationaler und europäischer Ebene dazu, Innovationspfade zu antizipieren und die Verbreitung von Neuerungen aus den Nischen in die Breite zu begleiten. Die Etablierung globaler Märkte, regelbasierten Handel(n)s, internationaler Abkommen sowie supranationaler Regulierungen schuf, unterstützt durch vielfältige Fördermaßnahmen, eine scheinbar verlässliche, rational strukturierte Grundlage für den potenziellen Transfer von neuen Produkten und Verfahren aus der Nische in den Mainstream. Auch wenn immer nur wenige Ideen zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Umsetzung führen – und damit im Sinne von Schumpeter zu einer Innovation werden –, so bestand doch grundsätzlich die Annahme einer berechenbaren Entwicklung, die insbesondere im Hinblick auf die Förderung von Innovationen zugunsten sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit politisch unterstützt wurde.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025