»Es ging mehr um Macht und Eitelkeiten als um Qualität.« Ein Gespräch mit Roland Sturm über eigene Erfahrungen mit der Politikwissenschaft

Von Roland Sturm

Ihre universitäre Laufbahn erstreckte sich über fünfzig Jahre, das Interesse an der Entwicklung des Faches haben Sie bis heute nicht verloren. Wie sind Sie zur Politikwissenschaft gekommen, woher rührt Ihr Interesse für das Fach?

Ich war als Schüler politisch interessiert und habe viel gelesen. Mich hat schon als Jugendlicher die Frage beschäftigt, wie kann es sein, dass das, was ich schlüssig argumentiert in meinen Büchern fand, in der Realität so folgenlos blieb. Es entstand wohl auch daher der Wunsch, als Lehrer der Wahrheit, wie ich sie erlernt hatte, zu mehr Geltung zu verhelfen – zugegeben eine naive Regung. Das Studium – Lehramt Gymnasium – konnte nicht sinnvoll nur ein späteres Schulfach sein. Ich kombinierte das Fach Politikwissenschaft mit den Fächern Anglistik und Geschichte. An der FU Berlin war es dann unmöglich, politischen Kontroversen auszuweichen.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025