»Es geht darum, unsere Bestände zum Leuchten zu bringen« Ein Gespräch mit Philip Haas über fat files, die Janusköpfigkeit des Archivarberufs und buddelnde Amtsvorgänger
Herr Haas, Sie sind Archivrat im Niedersächsischen Landesarchiv. Gemeinhin würde man vermuten, ein Archivar ist sowohl im praktischen als auch im theoretischen Sinne in einer Nische par excellence tätig: Man sitzt in einem Keller, abgeschieden von der Welt und blättert da in verstaubten Akten. Stimmt diese klischeehafte Vorstellung?
Ja und nein. Wenn man auf den Arbeitsmarkt schaut, ist der Beruf schon eine Nische. Für den höheren Archivdienst, dessen Perspektive ich im Folgenden einnehme, werden an der Archivschule Marburg als der zentralen verwaltungsinternen Ausbildungsstätte pro Jahr vielleicht 20 Personen ausgebildet. Hinzu kommen noch die Absolvent:innen an der Bayerischen Archivschule und an der Fachhochschule Potsdam. Für den gehobenen Archivdienst ist der Kreis der Absolvent:innen etwas größer, aber das Berufsfeld ist alles in allem verhältnismäßig übersichtlich.
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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025