»Der Ferne Osten« Begriffs- und ideengeschichtliche Annäherungen an eine eurozentrische Raumkonstruktion
Wer heute vom »Fernen Osten« spricht, beschwört unweigerlich ein Kaleidoskop von Bildern herauf: prachtvolle Pagoden, filigrane Kalligrafie und konfuzianische Ethik oder auch pulsierende Großstädte. Solche Vorstellungen wurzeln tief in der europäischen Imagination, ihre Ursprünge reichen von den Reiseberichten Marco Polos über Voltaires Chinabegeisterung im Essai sur les mœurs et l’esprit des nations (1756) bis hin zu Pearl S. Bucks Schilderungen des bäuerlichen Alltags in China in ihrem Roman The Good Earth (1931). Schon auf den ersten Blick offenbart sich hier eine bemerkenswerte Ambivalenz
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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.2-3-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025