Fernando Esposito

Dr. Fernando Esposito, geb. 1975, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Zeitgeschichte der Eberhard Karls Universität Tübingen. Dort arbeitet er gerade an einem Buch zur Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Vergangenes Jahr hat er den Band „Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom“ (Göttingen 2017) herausgegeben.

Beiträge

  • INDES H. 1-2018

    Zäsurdenkenszäsur Der Verlust geschichtsphilosophischer Kompasse nach dem Boom

    Als auf ideengeschichtliche und sozioökonomische – vermeintliche und/oder tatsächliche – Zäsuren spezialisierter Chirurg operiert Esposito am offenen Herzen des omnipräsenten, insbesondere geschichtstheoretischen Problems von Temporalität und Geschichte. Um seine Ausgangsbeobachtung, wonach sich die sozialen, politischen und ökonomischen Verwerfungen unserer Gegenwart aus der bereits geronnenen, d.h. historisierten Zeit von ca. drei Dekaden seit Ende der 1960er Jahre („nach dem Boom“) verstehen lassen, auszuführen, be- und hinterfragt Esposito schlaglichtartig einerseits akademische Konzepte wie etwa Strukturbruch, Zäsur, Moderne, Postmoderne bzw. deren theoretische Gewährsleute und Kritiker; andererseits blickt er auf die veränderten, zunehmend fortschrittsskeptischeren lebensweltlichen, sozialen und politischen Bedingungen. Er unterzieht recht eigentlich die „Zäsurdenkenszäsur“ „nach dem Boom“ einer neuen Zäsur, die nichts weniger ist als eine Kritik der Zäsur.

    Schlagworte: Zäsuren, Postmoderne, Postmaterialismus, Geschichtswissenschaft, Geschichtstheorie, 1970er Jahre, 1980er Jahre

    INDES-Ausgabe »Zäsuren«