Achtung – Panzer! Über das Amalgam aus Alternativgeschichte, Technikfantasie und Revisionismus

Von Julia Quast

Am 25. Juni 2025 erschien auf der Plattform Rock Paper Shotgun ein Artikel mit dem Titel: »War Thunder player once again leaks classified military documents to win an argument«.[1] Das Erstaunlichste an dieser Schlagzeile ist sicherlich das »once again«. Tatsächlich sind in diesem Sommer nicht zum ersten Mal militärische Verschlusssachen in einem Forum zum Computerspiel War Thunder aufgetaucht. Im Gegenteil. So hatte im Jahr 2021 ein Panzerkommandant Baupläne des britischen Panzers Challenger 2 veröffentlicht, um zu beweisen, dass die Darstellung dieses Panzers im Spiel nicht der Realität entspreche, und die Spieleentwickler um Nachbesserung gebeten. Diese weigerten sich, eine Anpassung an die geleakten Baupläne vorzunehmen – nicht etwa, weil sie die Echtheit des präsentierten Materials anzweifelten, sondern gerade weil sie es als authentisch einschätzten: »We have written confirmation from MoD [Ministry of Defense] that this document remains classified«, lautete die Antwort eines Angestellten der Firma Gaijin Entertainment, dem Studio hinter War Thunder. Er wieß außerdem darauf hin, dass dem Urheber des Forenbeitrags 14 Jahre Haft drohen würden, wenn er es nicht unterlasse, diese Dokumente (obwohl in Teilen unkenntlich gemacht) weiterhin zu verbreiten.

 

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[1] Edwin Evans-Thirwell, War Thunder player once again leaks classified military documents to win an argument, in: Rock Paper Shotgun, 24.06.2025, tinyurl.com/indes254e1.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025