Auf nach Krefeld. So lautete am 15. September 1980 die Parole nimmermüder »Friedenskämpfer« aus dem weiteren Spektrum der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) inklusive ihrer treuen Bündnisgenossen. Doch blieb diesmal der Kreis der üblich verdächtigen »gewerkschaftlich orientierten Kräfte«, der »Antifaschisten«, der Emissäre »deutsch-sowjetischer Freundschaft«, der Anti-Antikommunisten also, nicht – wie so häufig zuvor in den Jahrzehnten der Bundesrepublik – unter sich. Jetzt hatte sich das Netz ursprünglich kommunistisch lancierter Friedensinitiativen im Vergleich zu früheren Aktionen erheblich erweitert. Denn diesmal waren prominente Grüne wie Petra Kelly und Gert Bastian mit von der Partie, als bekennender Sympathisant auch Otto Schily, ebenso eine Reihe sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter, auch der Bundesvorsitzende der FDP-Jugend, der Jahre später ebenfalls als dann sozialdemokratischer Abgeordneter im Bundesparlament saß.[1]

Hinfort zog das, über fast drei Jahre hinweg, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat weitere Kreise.[2] […]

Anmerkungen:

[1] Vgl. Wolfgang Rudzio, Die Erosion der Abgrenzung. Zum Verhältnis zwischen der demokratischen Linken und Kommunisten in der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1983, S. 161.

[2] Vgl. Rudolf van Hüllen, Der »Krefelder Appell«, in: Jürgen Maruhn u. Manfred Wilke (Hg.), Raketenpoker um Europa. Das sowjetische SS 20-Abenteuer und die Friedensbewegung, München 2001, S. 216–253.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012