Ein interessanter Studiengang, danach eine gute Stelle und dazu eine harmonische Familie. So sah für viele Gymnasiasten in den neunziger Jahren die Zukunft aus. Zumindest dachten sie das. Sie wurden schließlich ständig als die »Generation der unbegrenzten Möglichkeiten« bezeichnet. Oft genug wurde ihnen mitgeteilt, die Welt liege Ihnen zu Füßen. Und als sie klein waren, schien das auch tatsächlich der Fall. Als Kinder jedenfalls hatten die Studierten von heute wenig zu klagen. Sie durften eine oder mehrere Sportarten ausüben, nebenbei noch zum Musikunterricht oder in die Malschule. Geburtstage wurden im Schwimmbad, Kino oder Freizeitpark gefeiert. In der Schule sollten sie ihr Bestes geben, wurde ihnen von den Eltern eingebläut, aber Hausaufgaben wurden selten kontrolliert und was sie später einmal werden wollten – Anwalt, Ministerin oder Schauspieler – das durften sie selbst entscheiden. Hauptsache, es mache sie glücklich. Das ganze Leben schien machbar: Wer ein Ziel vor Augen hatte und es mit Elan verfolgte, für den lag die Zukunft offen.

Mittlerweile sind diese Jugendlichen Mitte bis Ende Zwanzig, und die Erfüllung aller Zukunftsvorstellungen und Erwartungen erweist sich als keinesfalls selbstverständlich. Gerade in dem Moment, in dem sie den Arbeitsmarkt erstürmen wollen […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013