1973 befinden sich auf einer Liste der führenden Intellektuellen der USA unter den ersten zehn Personen acht Mitglieder der Gruppe der New York Intellectuals (NYI), einem interdisziplinären Kreis von Intellektuellen, zu dem als in Deutschland bekannteste Vertreter der Soziologe Daniel Bell zählt.[1] Die Mitglieder dieses Zirkels gehören zu einer u. a. durch ihre jüdische Herkunft zunächst marginalisierten Generation, die nach dem Zweiten Weltkrieg aber einen beispiellosen intellektuellen und akademischen Aufstieg erlebt und eine dominierende Stellung im intellektuellen Leben der USA einnehmen kann. Als um 1920 geborene »transitional generation«,[2] die ihre Laufbahn zunächst außerhalb der Hochschulen beginnt und erst später an diese wechselt, verfügt sie dabei über Chancen, die nach dem Ende der Bildungsexpansion späteren Generationen verschlossen bleiben.[3]

Wieso kann man dennoch von den NYI als Vertreter einer »verlorenen Generation« sprechen? […]

Anmerkungen:

[1] Vgl. Charles Kadushin, Who Are the Elite Intellectuals?, in: The Public Interest, Nr. 29 (1972), S. 109–125.

[2] Russell Jacoby, The Future of the Public Intellectual: A Forum, in: Amitai Etzioni u. Alyssa Bowditch (Hg.), Public Intellectuals. An Endangered Species?, Lanham, Maryland 2006, S. 51–68, hier S. 53.

[3] Zur ausführlichen Geschichte der Gruppe der NYI vgl. Oliver Neun, Frühe öffentliche Soziologie. Daniel Bell und der Kreis der »New York Intellectuals«, Wiesbaden 2013 (im Erscheinen).

Seite ausdrucken Beitrag bestellen

Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013