Die Frage nach der Definition einer Grenze führte für den Philosophen Hegel zu einem Grundprinzip seiner Dialektik. Eine Grenze trage stets ihre eigene Negation in sich, da mit ihrer Festlegung bereits über sie hinausgegangen werde – zumindest intellektuell. Gilt aber, was für die Ebene der Logik plausibel erscheint, auch in der sozialen Welt? Bilden Gesellschaften, soziale Klassen oder Städte sozial trennscharfe Grenzen aus in einer Phase, die von zeitlich-räumlicher Verdichtung gekennzeichnet ist? Oder werden soziale Grenzen gebildet, um sogleich überschritten und relativiert zu werden? […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012