Gruppendynamik

Der Konflikt zwischen Westlern und Slawophilen im Russland des 19. Jahrhunderts war eine der wichtigsten intellektuellen Auseinandersetzungen dieser Zeit und prägt die philosophischen und sozialtheoretischen Debatten des Landes bis heute. Die Slawophilen waren jedoch nie eine geschlossene Gruppe: Von Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew bis Alexander Issajewitsch Solschenizyn kämpften viele Denker für ein starkes slawisches Gebilde und einen Weg Russlands, der unabhängig vom Westen war. Tschaadajew, Belinski oder Turgeniev strebten hingegen nach westlichen Werten.

Die klassischen Slawophilen waren eine Gruppe konservativer Aristokraten, die überwiegend in Moskau studierten. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2015 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2015