Die Erzählung des wirtschaftspolitischen Aufstiegs der Bundesrepublik nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besitzt den Rang einer Staatsräson. Unter den maßgeblichen Architekten der westdeutschen Wirtschaftsordnung war ein Kreis von Protagonisten, die den Ordoliberalismus begründeten und ihm einen bis heute anhaltenden Einfluss verschafft haben. Dabei ist allerdings auch viel Legendenbildung im Spiel, wie Ralf Ptak in seiner historischen Betrachtung des Ordoliberalismus feststellt. Lag dessen Bedeutung doch keineswegs ein zielgerichteter Aufstieg aufrechter Liberaler zugrunde als vielmehr ein Prozess schmerzhafter Anpassung an eine veränderte politische und ökonomische Welt.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2014 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2014