In den Gesellschaften unserer Tage wendet die akademische Welt der Politik allzu oft den Rücken zu. In vielen Fällen bleiben Wissenschaftler in einer Art Elfenbeinturm eingeschlossen, in dem sie komplizierte Analysen und theoretische Schnörkel fabrizieren, die jedoch stets mehr oder weniger weit von der konkreten gesellschaftlichen Realität entfernt bleiben. Was etwa aktuell in bestimmten Kreisen der Wirtschaftswissenschaften geschieht, ist geradezu paradigmatisch für diese Art der Abkapselung, die sich einstellt, wenn ein großer Teil der ökonomischen Fachaufsätze in spezialisierten Zeitschriften und Wissenschaftspublikationen erscheint und damit für die übergroße Mehrheit der Menschen oftmals vollkommen unverständlich bleibt. Dabei steht dies ganz im Widerspruch zum steigenden Interesse der Bürger an Problemen der Ökonomie und der sozialen Entwicklung und ihrer Hoffnung, Orientierung und mögliche Auswege aus der aktuellen Krise aufgezeigt zu bekommen. Dennoch dominieren Gefühle der Ratlosigkeit, welche die oft unverständlichen mathematischen Formeln und quasi-mysteriösen Modelle auslösen, auf die ein »normaler« Bürger trifft, wenn er sich auf der Suche nach anschaulichen und durchführbaren Lösungen der akademischen Welt nähert – sofern er das überhaupt noch versucht.

Diese Situation hat zu einer Trennung der wissenschaftlichen Analyse von der politischen Erklärung geführt, die ganz unzweifelhaft Auswirkungen auf die politische Praxis hat. […]

Übersetzung: Felix Butzlaff

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012