Er ist ein Rasen-Rechteck, mehr nicht. Der Bonner Hofgarten liegt einfach so da und leuchtet von weitem grün. Seine Kanten sind scharf geschnitten, vier präzise Linien, vier exakte Ecken, von grauem Stein umrahmt. Das kurfürstliche Schloss am Kopfende des Parks strahlt goldgelb. 955 Schritte sind es insgesamt, dann hat man den Hofgarten umrundet, setzt sich, schaut auf den Rasen. Man hört die U-Bahn Linie 66, wie sie von der Haltestation Universität/Markt weiter in Richtung Bad Honnef rumpelt. Ein paar fitte Alte mit ihren Laufstöcken sammeln sich, machen Dehnübungen. Junge Leute sitzen in kleinen Gruppen auf dem Rasen beisammen. Fünf Grills brennen, der Rauch quillt senkrecht in den Himmel. Es gibt unangenehmere Orte als diesen, um den ersten warmen Abend des Sommers zu verbringen.

Nicht lange dauert es, da hält ein Spaziergänger mit Stadtplan an […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012