Wie feministisch ist Shklars »Liberalismus der Furcht«?

Auf den ersten Blick scheint Judith N. Shklars Verständnis von Liberalismus minimalistisch konzipiert zu sein. Die Indizien sind nicht leicht von der Hand zu weisen: Sowohl in ihrem Buch »Ordinary Vices« als auch in ihrem Essay »Liberalismus der Furcht« argumentiert sie, dass es jeder modernen Konzeption von Liberalismus, die einen Anspruch auf Realismus erhebe, darum gehen müsse, Grausamkeit als summum malum, d. h. als größtes Übel, zu verhindern. Die Erfahrungen von Gewalt und Grausamkeit im 20. Jahrhundert bilden offenkundig den historischen Hintergrund von Shklars Argumentation. Gilt es, Grausamkeit und Furcht zu vermeiden oder zu verhindern, dann ergibt sich daraus eine Hierarchie von Lastern oder Sünden. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 2-2016 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2016