Am 1. April 1913 berichtete Robert Konta im renommierten Wiener Fremden-Blatt von einem »Tumult im großen Musikvereinssaale«: »Das gestrige Konzert des akademischen Verbandes für Literatur und Musik artete zu beispiellosen Skandalszenen aus. Bei einer turbulenten Vorstadt-Wählerversammlung kann es nicht schlimmer zugehen, können die Gegensätze der feindlichen Parteien nicht brutaleren Ausdruck finden als im gestrigen Konzerte, welches von Arnold Schönberg dirigiert wurde.« »Beifallspender und Zischer« lieferten sich einen minutenlangen Kampf. Man hörte Lachsalven, wüste Schreiereien, Toben und Johlen, die schrillen Töne von Hausschlüsseln und Pfeifchen. Es kam zu Raufereien, man ohrfeigte sich; ein Polizeikommissar mahnte erfolglos zur Ruhe. Schließlich wurde das Konzert vor dem letzten Programmpunkt abgebrochen.[1]

Das Ereignis reihte sich in eine Serie von Skandalen in Politik und Kunst ein, die vor dem Ersten Weltkrieg in Wien heftig debattiert wurden. […]

Anmerkungen:

[1] Robert Konta (»K.«), Tumult im großen Musikvereinssaale, in: Fremden-Blatt, 01.04.1913, Morgen-Blatt, S. 7, anonym und ohne Quellenangabe abgedruckt in: Arnold Schönberg zum fünfzigsten Geburtstage 13. September 1924 (Musikblätter des Anbruch, Sonderheft), Wien 1924, S. 321–323.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 2-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013