Gab man vor ein paar Jahren bei Google »Wunschforschung« ein, erhielt man als Antwort: »Meinten Sie Fleischforschung?« Auch heute ist die Situation nicht wesentlich besser. Von einer wissenschaftlichen Wunschforschung zu sprechen, wäre auf jeden Fall verfrüht. Vielmehr setzt sich das, was man bisher zu diesem Forschungsbereich zählen kann, aus einzelnen Ansätzen der Psychologie, Philosophie und Soziologie, einer Reihe (populär-)wissenschaftlicher Texte und singulärer Umfragen zu Wünschen zusammen. Aus einer solchen, vom Online-Marktplatz DaWanda zur Weihnachtszeit in Auftrag gegebenen, repräsentativen Studie[1] zu den Wünschen der Deutschen wissen wir zum Beispiel, dass sechzig Prozent vor allem immaterielle Wünsche haben. Jeder dritte Deutsche gab an, sich zu Weihnachten 2011 Gesundheit für sich und seine Familie zu wünschen. Erst an zweiter Stelle (13 Prozent) standen monetäre Wünsche wie Geld, der Lottogewinn oder weniger Schulden. Die Studie brachte außerdem zutage, dass die Bedeutung des Immateriellen mit zunehmendem Alter wächst. Ist damit die Frage nach den Wünschen der Menschen schon beantwortet? Wohl kaum. Genaugenommen fangen an dieser Stelle die spannenden Fragen erst an. […]

Anmerkungen:

[1] Online einzusehen unter http://de.dawanda.com/press_releases/545 [eingesehen am 15.03.2012].

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 2-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012