Gerhard Schröder steht in meiner neuen Berliner Wohnung am Pariser Platz. Komisch, denke ich, in vierzig Bonn-Jahren war nicht ein einziges Mal ein Kanzler bei mir zu Hause. Schröder geht auf die Terrasse, schaut auf die Kreuzung Unter den Linden/Ecke Wilhelmstraße und beugt sich neugierig über die Brüstung. Er trägt Smoking, denn anschließend will er auf den Presseball. Das Schwarz des Tuchs harmoniert mit dem Schwarz seiner Haare, von denen alle Welt, meine Frau einbezogen, meint, sie seien gefärbt, wohingegen des Kanzlers Gattin schwört, dass dem nicht so ist.

Die Cohiba hatte er dankend abgelehnt. »Dazu braucht man Muße.« Stattdessen lässt er sich den Ausblick erklären. […]

Seite ausdrucken Beitrag bestellen

Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2015 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2015