»Das ist Lina Ben Mhenni«, wird mir die zierliche Frau vorgestellt. Es ist der 16. Januar 2011. Vor zwei Tagen hatte der tunesische Präsident Zine el-Abidine Ben Ali fl uchtartig das Land verlassen. Tunesien war nach 23 Jahren endlich von seiner autoritären Herrschaft befreit worden. Die junge Frau steht im Büro einer lokalen Bürgerrechtsorganisation. Die Räume in der Innenstadt von Tunis sind überfüllt. Mitglieder der Gruppe, Freunde, Journalisten sind erschienen. Das Lokal war jahrelang amtlich versiegelt. Jetzt stehen wir hier und reden über Politik, als wäre dies das Normalste der Welt.

Der erste Eindruck von Lina Ben Mhenni täuscht. Die 27 Jahre alte Frau wirkt schüchtern und verletzlich, so ganz anders als damals am Telefon. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012