Ostdeutsch spricht man nicht Dialekt als Mauer in den Köpfen

Von Sarah Boysen

Leipzig, eine WG-Party. Beim anfänglichen Smalltalk geht es darum, wer wo aufgewachsen ist. Fünf Jahre nach dieser Unterhaltung habe ich den Geburtsort (nahe Leipzig) meiner Gesprächspartnerinnen vergessen, nicht aber ihre Freude, dass sie von mir nicht durch ihren Dialekt als Sächsinnen erkannt wurden. Gerade erst nach Sachsen gezogen, überraschte mich diese Freude. Durch meinen westdeutschen Erfahrungsraum war ich davon ausgegangen, dass sich Menschen gerne mit ihren Dialekten identifizieren und regional zuordnen lassen. Vielleicht ein klassisch westdeutsches Privileg, sich diese naive Heran

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.2-3-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025