Andere Räume Urbane Nischen in den 1920er Jahren als inszenierte und angeeignete Heterotopien
Nischen sind soziale Räume, in denen das Andere Platz findet. Sie werden durch vielfältige und oft gegenläufige soziale Praktiken produziert. In diesem Beitrag werden solche Nischen des prekären Lebens zu Zeiten der Weimarer Republik beleuchtet: Straßen, Brücken, Bahnhöfe waren öffentliche Orten, die mittel- und obdachlosen Menschen Rückzugsmöglichkeiten boten. Die Lebensverhältnisse in diesen Räumen können durch Zeitungsberichte rekonstruiert werden, da die massenhafte Armut, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit der 1920er Jahre von einem gesteigerten Interesse an publizistischer Auseinandersetzung mit prekären Lebenswelten in Form von Sozialreportagen begleitet wurden. Dabei ging es nicht nur um soziale Befunde oder die Darstellung von Ungleichheiten, sondern auch um die Vermittlung bestehender Ordnungsvorstellungen – durch das Aufzeigen einer sozialräumlichen Unordnung.
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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H.4-2025 | ©Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2025