»Erfolgreich« regierende Sozialdemokraten Politische Aufstiegswege, Richtungs- und Kompetenzprofile

Von Detlef Lehnert

Auf der Suche nach erfolgreich regierenden Sozialdemokraten kann zeithistorisch das Dreigestirn Willy Brandt/Bruno Kreisky/Olof Palme vor dem geistigen Auge erscheinen. Für die Altersgruppe der über 60-Jährigen (also eine Mehrheit der SPD-Mitglieder Stand Ende 2016[1]) gilt das sogar in eigener Erinnerung. Kreisky regierte als Bundeskanzler das katholische, außerhalb von Wien strukturell und mental (was heute politisch durchschlägt) tendenziell am ehesten mit Bayern vergleichbare Österreich von 1970 bis 1983; er gewann sogar dreimal hintereinander (1971, 1975, 1979) eine außergewöhnlich stabile absolute Stimmenmehrheit zwischen 50,04 Prozent und 51,03 Prozent für die SPÖ. Diese hieß übrigens damals – seit der antifaschistischen Widerstandszeit und bis 1991 – Sozialistische Partei Österreichs, womit bereits vorab klargestellt sei: Sozialdemokratie wird hier im Sinne einer Grundorientierung verstanden und nicht allein nach Parteinamen zugeordnet.
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[1] 54,3 Prozent entfielen per 31.12.2016 auf die Altersgruppen ab 61 Jahre, vgl. Oskar Niedermayer, Parteimitglieder in Deutschland: Version 2017 NEU, Berlin 2017, S. 21, URL: http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/empsoz/schriften/Arbeitshefte/P-PMIT17-NEU.pdf [eingesehen am 12.11.2018].

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. -2018 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2018