Die Riots in den französischen Banlieues 2005 und in einigen englischen Städten 2011 wurden durch Polizeiübergriffe in Clichy-sous-Bois bei Paris und im Londoner Stadtteil Tottenham ausgelöst, bei denen dunkelhäutige junge Männer zu Tode kamen. Darauf folgten Nächte des Aufruhrs, in denen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene aus sozial benachteiligten und multiethnisch geprägten Stadtgebieten zunächst Polizeistationen angriffen, dann auch Schulen und andere öffentliche Einrichtungen anzündeten, tausende von Autos in Brand setzten und Geschäfte plünderten. Die Ausschreitungen richteten in beiden Fällen einen Sachschaden in dreistelliger Millionenhöhe an, die Konfrontationen zwischen den Aufrührern und den eingesetzten Polizeikräften hatten zahlreiche Verletzte zur Folge und forderten einige Todesopfer bei nicht direkt beteiligten Personen.

Die sozialwissenschaftlichen Deutungen dieser Ereignisse gehen erstaunlich
weit auseinander. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013