Frau Jureit, was ist eine Generation?

Die Frage impliziert, dass es so etwas wie eine Generation gibt. Natürlich gehen wir davon aus. Aber das ist ja nur die halbe Wahrheit. Die entscheidende Frage ist, ob wir von einem Konzept ausgehen – was ich nicht tun würde –, in dem der Begriff »Generation« eigentlich im Sinne von Alterskohorte verwendet wird. Wir würden die Sache damit auf eine statistische Größe reduzieren. Wissenschaftlich wäre dann der Begriff »Alterskohorte« der präzisere, wenn wir wirklich nur damit beschreiben wollen, dass es um eine Gruppe von Menschen geht, die etwa gleich alt sind.

Wie sollte man Generationen stattdessen fassen?

Wenn man sich die inzwischen wirklich umfangreiche Forschung zu Generation und Generationenbildung anschaut, hat es sich durchaus bewährt, zwischen einer Selbstbeschreibungsformel und einer analytischen Kategorie zu unterscheiden. […]

Das Interview führten David Bebnowski und Katharina Rahlf.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013