Thomas Schmid

Porträt Thomas Schmid

Thomas Schmid, geb. 1945, Studium der Germanistik und Politikwissenschaft. Studentenbewegung. Lektor, freier Autor, Journalist. Chefredakteur der WELT-Gruppe, bis 2014 deren Herausgeber. Heute Publizist. Eigener Blog: www.schmid-blog.de. Zuletzt erschien von ihm das Buch »Europa ist tot, es lebe Europa! Eine Weltmacht muss sich neu erfinden« im Verlag C. Bertelsmann.

Beiträge

  • INDES H. S-2016

    Lob des Stückwerks

    Plädoyer für ein Europa ungleichzeitiger Vielfalt

    „Wir alle sind Ungleichzeitige“, konstatiert Thomas Schmid in seinem Beitrag und verweist damit auch auf die in seinen Augen dem Konzept der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen innewohnende Banalität. Doch bemerkt Schmid davon ausgehend, dass sich etwas verändert habe: Die Zeit sei nicht mehr das Kriterium. Die technologisch und digitale Revolution habe sie eingeebnet. Auch die Möglichkeiten, Unterscheidungen überhaupt vorzunehmen, seien nicht mehr in einem Ausmaß vorhanden wie früher. Alles ist immer gegenwärtig. Schmid schreibt: „Die Welt ist so mit koexistierender Gegenwärtigkeit vollgestopft, dass schwerfällt, dieses für gut, jenes für schlecht […] zu erklären.“ Am Gegenstand Europas und der Europäischen Union bringt der Autor in der Folge die Idee der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen zum Test. Er entwirft ein recht pessimistisches Bild: „Es kann nicht Gutes aus der EU werden, wenn sie diese Unterschiedlichkeit für ein Defizit hält, das es zu beheben gilt.“ Europa bestehe aus vielen Ungleichzeichtigkeiten, die man nicht begradigen solle, sondern auf die institutionell reagiert werden müsse. Dies sei überhaupt erst die Voraussetzung, um sich sodann Fragen des Fortschritts und der Entwicklung zuzuwenden.

    Abstract ausklappen

    Abstract einklappen

    Schlagworte: Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, Europa, EU

    Cover INDES-Ausgabe ‚Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen‘
  • INDES H. 1-2015

    Sehnsucht nach dem großen Zampano

    Italien zwischen Rebellion und Apathie

    In den 1990er Jahren wurde Italien von Korruptionsskandalen erschüttert – und es begann der Aufstieg Silvio Berlusconis, dessen Erfolge symptomatisch für die andauernde politische Krise des Landes sind. Damals, Anfang der 1990er, konnte sich Berlusconi als unideologischer Macher inszenieren, der mit dem Parteienzwist und der chronischen Instabilität der staatlichen Institutionen aufräumen würde. Doch erwies er sich nur als ein besonders versierter Betreiber jener „Windmaschine“, deren Funktionieren Thomas Schmid zufolge die Lust der Italiener an Pomp und Inszenierung bedient, aber für jenen „rasenden Stillstand“ sorgt, der, so Schmid, die Neuere Geschichte Italiens seit jeher prägt.

    Abstract ausklappen

    Abstract einklappen

    Schlagworte: Italien, Giorgio Napolitano, Silvio Berlusconi, Matteo Renzi, campanilismo, Staatskrise, Partito Democratico

    Cover INDES-Ausgabe ‚Die 1990er Jahre‘
  • INDES H. 2-2012

    Statt einer bürgerlichen Utopie

    Eine Absage an die Transparenzgesellschaft

    Die Piratenpartei als Aufhänger nehmend rät Thomas Schmid in seiner radikalen Absage an die Transparenzgesellschaft zum Schutz und Erhalt „uneinsehbarer Winkel“ als notwendigem Gegenpol zur allumfassenden Transparenz, weil sonst die Tyrannei eines „kristallinen Egalitarismus“ drohe.

    Abstract ausklappen

    Abstract einklappen

    Schlagworte: Transparenz, Utopie, Soziologie

    Cover INDES-Ausgabe ‚Auf der Suche nach Utopia‘