Martin Sabrow

Prof. Dr. Martin Sabrow, geboren 1954 in Kiel, ist Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind die politische Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, Diktaturforschung, Historiographie- und Erinnerungsgeschichte. Aktuelle Veröffentlichungen: „Die Zeit der Zeitgeschichte“, Göttingen 2012, „1989 und die Rolle der Gewalt“ (Hg.), Göttingen 2012 und jüngst „schreiben. Von der Verständigung über die Vergangenheit in der Gegenwart“, Göttingen 2014.

Beiträge

  • INDES H. 4-2014

    Die Rückkehr des Ersten Weltkriegs in das deutsche Zeitgedächtnis Vom Aufarbeitungsjahr 2013 zum Erinnerungsjahr 2014 (Teil 2)

    Im zweiten Teil seines Artikels „Vom Aufarbeitungsjahr 2013 zum Erinnerungsjahr 2014“ widmet sich der Potsdamer Zeithistoriker Martin Sabrow den Wandlungen der „Erinnerung“ an den Ersten Weltkrieg und zeigt, wie unglaublich wandelbar die Vergangenheit des Ersten Weltkriegs geblieben ist und wie durchschlagend bis heute die Geltungsmacht ihrer unterschiedlichen Erzählmuster ist, die sich hinter dem scheinbar harmlosen Begriff der „Erinnerung“ verbergen.

    Schlagworte: Erster Weltkrieg, Aufarbeitung, Zeitgeschichte

    INDES-Ausgabe »Politikserien«
  • INDES H. 1-2014

    „Aufarbeitung“ als Paradigma Vom Aufarbeitungsjahr 2013 zum Erinnerungsjahr 2014 (Teil 1)

    Martin Sabrow beschreibt das Paradigma der Aufarbeitung als einen epochalen Zug unserer Zeit und ihre Beziehung zur Katastrophengeschichte des 20. Jahrhunderts. Dabei tendiere Aufarbeitung in ihrer Gegenwartsorientierung regelmäßig dazu, die für Historiker so entscheidende Grenze zwischen Deskription und Präskription einzureißen. Sabrow stellt eine eigentümliche Nähe zwischen der Vergangenheitsaufarbeitung zur Politik und zum politischen Personal fest und arbeitet einen Widerspruch heraus, zwischen Aussöhnung durch Ehrlichkeit auf der einen und dem Anspruch, die Lehren aus der Geschichte für die Zukunft zu bewahren, auf der anderen Seite. Mit Blick auf die Gegenwart beschreibt Sabrow einen „Aufstieg der Erinnerung zur Pathosformel “, den er mit einem partiellen Platztausch von Zukunft und Vergangenheit als tragende Identitätsressource der Gesellschaft erklärt. Der beschleunigungsbedingte Geborgenheitsverlust werde mit der Ausbildung von Erinnerungsorten kompensiert.

    Schlagworte: Gegenwart, Aufarbeitung, Transformation

    INDES-Ausgabe »Die 1980er Jahre«
  • INDES H. 2-2013

    Zäsuren des Jahrhunderts Das Dilemma historischer Zeitgrenzen

    Die Vergangenheit muss – um sie verstehen und erklären zu können – periodisiert werden. Hierfür macht der Historiker Martin Sabrow in seiner Analyse die „Zäsur“, die Zeitabschnitte voneinander abgrenzt, fruchtbar. Er arbeitet dabei nicht nur die Begriffsgeschichte der Zäsur heraus, sondern auch ihre Funktionen und Wirkungen, die durchaus komplex sein können, da Zäsuren kaum im Ereignis selbst stecken, sondern von Zeitgenossen oder Interpreten der Vergangenheit nachträglich hineingedeutet werden.

    Schlagworte: Zeitgeschichte, Geschichtswissenschaft, Transformation

    INDES-Ausgabe »1913«