Dass zwischen dem sozioökonomischen Status, d.h. den individuellen Ressourcen einer Person, und deren politischem Engagement ein Zusammenhang besteht, ist ein schon lange bekannter Befund der politischen Partizipationsforschung, deren Anfänge bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Mit der Partizipationsforschung eng verknüpft ist die politische Kulturforschung, die ebenfalls in den 1950er Jahren entstand.

Klassiker der Partizipations- und politischen Kulturforschung

Bekannt wurde die politische Kulturforschung durch die 1963 erschienene und auf international vergleichenden, standardisierten Bevölkerungsumfragen beruhende Pionierstudie »Civic Culture« von Gabriel Almond und Sidney Verba. Vor dem Hintergrund der totalitären und faschistischen Entwicklungen verschiedener Länder nach dem Ersten Weltkrieg untersuchten die Forscher hier insbesondere die Frage, warum sich in den sozioökonomisch ähnlich hoch entwickelten europäischen Staaten der 1920er und 1930er Jahre des vergangenen Jahrhunderts so unterschiedliche politische Systeme herausbilden konnten. Denn eines der zentralen Ziele der frühen politischen Kulturforschung war, zu erklären, welchen Beitrag die politischen Orientierungen der BürgerInnen zur Stabilisierung der Demokratie leisteten. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2016 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2017