Mitte der 2000er Jahre geriet die Frage nach dem Schicksal der Generation Praktikum in die Öffentlichkeit, nicht zuletzt durch Massenproteste. Zunächst meldete sich diese Generation in Frankreich zu Wort: Im Zuge von Protesten gegen Arbeitsmarktgesetze, die den Kündigungsschutz junger Arbeitnehmer in Frankreich auflockern sollten, liegt die Frage nach dem Schicksal einer solchen Generation schließlich nahe. Es gelang den Aktivist*innen schnell, Sympathien auch jenseits der eigenen Klientel bei älteren und Nicht-Studierenden zu gewinnen.[1] Das Phänomen ist ein europaweites: Spanien kennt die mileuristas, die »Generation 1000 Euro«, die sich auch in Italien einen Namen gemacht hat.[2] Diese Label stehen synonym für die Diagnose jung, gut-ausgebildet (zumeist akademisch mit Fremdsprachenkenntnissen), aber unsicher beschäftigt und unterbezahlt. Im vorliegenden Text wird die Alterskohorte, auf welche die Diagnosen, die atypische Beschäftigungsformen als das Schicksal einer Generation verstehen, zutreffen, als »Generation P« zusammengefasst. Die folgenden Überlegungen beziehen sich sowohl auf das Label »Generation Precaire« als auch »Generation Praktikum«. Bei der Frage, ob es eine Generation P tatsächlich, jenseits dieser Medienetiketten, gibt, sind skeptische Einwände naheliegend.

Können die prekären Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt wirklich als das Schicksal einer neuen, heranwachsenden Generation angesehen werden? […]

Anmerkungen:

[1] Katharina Liebsch, Jugendsoziologie. Von Adoleszenten, Teenagern und nachwachsenden Generationen, München 2011, S. 50.

[2] Antonio Jiménez, La generación de los mil euros, in: El Pais, 23.10. 2005, URL: http://elpais.com/diario/2005/1023/domingo/1130038892_850215.html [eingesehen am 22.10.2013].

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2013 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2013