Die meisten Staaten in der Europäischen Union haben sich seit Mitte der achtziger Jahre schrittweise auf eine koordinierte Verstärkung ihrer gemeinsamen Außengrenzen geeinigt. Das erlaubte zugleich eine deutliche  Abschwächung der Binnengrenzen. Die Grenzkontrollen wurden dort ausgesetzt. Das sogenannte Schengenland, der Name erinnert an den Ort in den Niederlanden, an dem das erste Abkommen über diesen Prozess unterzeichnet wurde,
umfasst zwar nicht ausnahmslos alle EU-Mitglieder. Dafür sind, weil es politisch und geografi sch vernünftig erschien, auch ein paar Nicht-Mitglieder der EU dem Abkommen beigetreten, zum Beispiel die Schweiz.

In der europäischen Öffentlichkeit wurde die Abschaffung der Kontrollen an den Binnengrenzen häufig als entscheidende Etappe auf dem Weg zum vollständigen Abbau dieser Grenzen wahrgenommen. Eine eklatante Fehlwahrnehmung! […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 4-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012