[…] Vor allem die Jugend hat, angeregt durch die Möglichkeiten des Web 2.0, offenbar die »Macht ihrer Menge« für sich entdeckt. Denn die genannten Beispiele eint zunächst eines: ihr Massencharakter. Zudem fühlt sich insbesondere die jüngere Generation von ihnen angezogen. Gerade gegenüber den eher »passiven« neunziger Jahren, in denen man sich allenfalls zu den alljährlichen Loveparades massenhaft versammelte, erscheint damit das Jahrzehnt der »Nuller« vergleichsweise aktiv.[2] Gemeinsam ist all diesen Beispielen jedoch noch etwas: Die Möglichkeit der flexiblen und individuellen Teilnahme. Man kann teilnehmen, ohne groß aufzufallen, ohne sogleich einen Antrag auf Mitgliedschaft in die Hände gereicht zu bekommen, ohne eine Verpflichtung einzugehen. […]

Anmerkungen:

[2] Vgl. Yvonne Niekrenz u. Matthias Junge, Jugendprotest als situative Vergemeinschaftung, in: Arne Schäfer u. a. (Hg.), Kulturen jugendlichen Aufbegehrens. Jugendprotest und soziale Ungleichheit, Weinheim/München 2011, S. 87–97, hier vor allem S. 94.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 3-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012